Entschleunigung in Krise und Umbruch

Eigentlich wussten wir ALLE es schon sehr lange. Entschleunigung. Einfach mal runterfahren. Auszeit. Für uns und auch für unseren Heimatplaneten… Trotzdem haben wir es ignoriert und verschoben. Und jetzt hat so ein Virus einfach mal kurz und knackig dafür gesorgt, dass die Entschleunigung in Form von einer Vollbremsung Einzug in unser Leben hält.

Entschleunigung?!? Solange sie fotogen ist…

Noch Anfang des Monats waren die meisten von uns der Ansicht, dass wir unangreifbar sind. Katastrophen finden sowieso bitte nur im Ausland statt und haben mit uns bitteschön absolut gar nichts zu tun. Wir leben schließlich im Wohlstand und wenn das nicht überall auf der Welt so ist, dann ist das halt so. Entschleunigung – ja bitte. Aber nur, wenn dabei Instagram-taugliche Fotos entstehen. Unsere Welt ist schließlich nicht nur durch die Globalisierung sehr klein geworden. Social media machte unser Leben auch distanzlos und öffentlich. Privatleben??? Das ist doch nur noch was für altbackene Looser…

Und dann kommt da so ein unsichtbares Virus daher und zieht die Notbremse. Plötzlich fühlten wir uns angreifbar und verletzlich – und dann ist unser Gegner auch noch unsichtbar und dadurch auch nicht fotogen…. Kein Anschlag. Kein Großbrand. Nicht medienwirksam und nichts, an das wir uns schon längst gewöhnt haben. Ein unsichtbarer Angreifer aus dem Hinterhalt. Neu und unberechenbar. Und zack war sie da, die Entschleunigung um die wir uns nun so lange gedrückt haben.

Achtsame Entschleunigung? Oder … auf einmal ist alles ganz anders

Da machen wir monatelang oder gar jahrelang Achtsamkeitstraining. Üben Meditation. Kennen viele Rezepte, wie man – rein theoretisch – die Welt verbessern könnte. Man. Das sind irgendwie immer die anderen…

Achtsamkeit beschäftigt sich immer mit etwas im Außen. Und nun zwingt uns ausgerechnet etwas, das wir nicht greifen können, zu einer ganz besonderen Form von Achtsamkeit. Das Virus trifft uns ganz tief im Inneren und schreit dabei nach Beachtung. Bei dieser Entschleunigung geht es um Kontrollverlust. Und damit tun wir uns verdammt schwer. Das ist eine andere Qualität und das haben wir in all den Kursen und Übungen nicht gelernt.

Wenn die Kontrolle flöten geht…

… dann tanzt die Angst auf den Tischen.

Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass. Sondern Angst. Auf einmal funktionieren die ganzen einstudierten Konzepte nicht mehr. Viele, die gestern noch Liebe predigten, lernten nun schlagartig die andere Seite kennen. Sowohl die Globalisierung als auch die Digitalisierung suggerierte, dass ein selbstbestimmtes Leben in finanzieller Freiheit auch ganz problemlos am Strand zu finden ist. Man mache aus seinem Hobby ein online business und ab dem Moment muss man schließlich nie mehr arbeiten, sondern darf 24/7 seinen Traum leben…

Und nun kommt die Entschleunigung durch ein Virus und es gar niemand da, der einem die Eigenverantwortung abnimmt:

  • Der Staat ist schlecht vorbereitet ….
  • Unser Gesundheitssystem ist Müll…
  • Die Supermarktregale sind leer…
  • Kinder müssen betreut werden…
  • Politiker haben ja keine Ahnung…


Auf einmal war alles anders. Und aus Liebe zum Lebenstraum wurde für so manchen auf einmal in den letzten Tagen ein Albtraum mit der Frage „und wie soll es nun für mich weitergehen???“

Entschleunigung und der Blick aufs Wesentliche



Eine zwangsverordnete Ruhepause fällt niemandem leicht. Dem Kind nicht, dem in trotzigen Zeiten eine Auszeit im Kinderzimmer verordnet wird. Aber auch nicht dem Erwachsenen, der auf einmal sein Leben umorganisieren muss. Kinder nicht zur Fremdbetreuung abgeben kann. Zukunftsängsten standhalten muss. Sich mit der Sterblichkeit auseinander setzen muss… und das alles noch nicht einmal kontrollieren kann.

Bei jeder starken Vollbremsung ist auch ein bisschen schlingern dabei. Erst wenn Stillstand herrscht, kann Ruhe einkehren. Und erst in der Ruhe können neue Konzepte entwickelt werden. Dann kommen wir in die Entschleunigung.

In der Ruhe liegt die Kraft

… und Kraft wünschen wir uns in unsicheren Zeiten wohl alle.

Probieren wir doch einfach mal neue Wege aus. Tauschen uns aus. Sammeln neue Ideen. Üben uns in mehr Solidarität und Gemeinsamkeit. Wilder Aktionismus hilft dabei allerdings nicht. Entschleunigung schon. Langsam – Schritt für Schritt – können wir aus dieser Pandemie-Bedrohung aber die Chancen für uns selber entwickeln. Uns Gedanken darüber machen, welche Werte uns persönlich wirklich wichtig sind. Überlegen, wie und in welchem Umfeld wir wirklich gerne leben möchten.

Gerne biete ich Dir ein paar Inspirationen aus unserem maison malou… „Wohn sinnlich“ – und wie aus Deinem Wohnraum ein Kraftort für Dich wird. Als Meditationslehrerin gebe ich Dir gerne Ideen wie Du auch in diesen stressigen Zeiten Ruhepausen gestalten kannst. Die Mutter und Hobbyköchin in mir hat noch so einiges an krisenerprobten Rezepten in petto. Und als Betriebswirtin und Unternehmerin weiß ich, wie wichtig ein gutes Netzwerk ist und daher werde ich Dir sicherlich auch ein paar Blümchen links und rechts meines Weges vorstellen .J

Herzliche Grüße aus dem maison malou und…. Du weißt ja #zuhausebleiben hilft beim Gesund bleiben

Biggi

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