Valentinstag – oder „be my valentine“

Am 14. Februar ist es wieder soweit. Valentinstag. Einfach so.  Eigentlich ein ganz harmloser Tag sollte man meinen. Und trotzdem ein Tag, von dem man den Eindruck hat, er spaltet die ganze Nation.

 

„auf morgen ist Sankt Valentins Tag,

wohl an der Zeit noch früh.

Und ich,  ne Maid am Fensterschlag

Will sein Eu’r Valentine“

 

Ophelia in Hamlet

William Shakespeare (1564 – 1616)

 

 

Warum wird der Valentinstag überhaupt gefeiert?

Blumen – allen voran rote Rosen – Pralinen und Herzen gehören zum Valentinstag wie der Weihnachtsbaum zum Heiligen Abend. Kein Wunder also, dass gerne gemunkelt wird, der Valentinstag wäre eine Erfindung der Floristen und der Pralinenhersteller…

Die Ursprünge des Valentinstags liegen zur Abwechslung allerdings mal nicht in irgendeinem Kommerz-Kult, der aus Amerika zu uns herübergeschwappt ist. Die ersten Hinweise auf einen Valentinstag sind nämlich eigentlich in der anglikanischen Kirche zu finden. Auch in orthodoxen Kirchen hat der Valentinstag eine größere Bedeutung und selbst die katholische Kirche macht sich den Valentinsbrauch zu eigen.

Heilige mit dem Namen „Valentin“ gibt es einige und so ganz ist es auch nicht klar, wer der ursprüngliche „Namensgeber“ ist. Oft wird auf Valentin von Terni verwiesen. Allerdings gibt es viele Legenden und Geschichten rund um den Valentinstag. Sagen wir es also einmal so – story telling gab es auch schon in früheren Jahrhunderten, das ist wirklich kein neuer „Marketing gag“ 😉  Wer mehr über die Hintergründe zum Valentinstag sucht, wird auf Wikipedia fündig. 

 

Kommerz oder kein Kommerz… das ist hier die Frage 😉

Während in England der Valentinstag schon auf eine jahrhundertelange Tradition zurückblicken kann, wurde der Valentinstag in Deutschland wirklich eher mehr ab Mitte des 20. Jahrhunderts gefeiert. Und an dieser Stelle kommen dann doch wieder die Amerikaner mit ihren Vorlieben ins Spiel…

Ursprünglich ging es bei dem Valentinsbrauch gar nicht unbedingt um den oder die Liebste(n). In den vergangenen Jahrhunderten war es in England wohl eher der Brauch, dass am Vorabend des Valentinstags jedem sein Valentine per Losglück zugewiesen wurde. Am Valentinstag selber beschenkte man dann sein Valentine mit einem kleinen Geschenk oder einem Gedicht. Mich erinnert das deshalb mehr an den Brauch des Wichtelns in der Adventszeit. Aus den kleinen Geschenken oder Gedichten wurden dann im Laufe der Zeit Grußkarten und Blumen. Nicht unbedingt nur für die Liebe des Lebens, sondern auch für Freunde und Familie.

 

Und genau an diesem Punkt wurde wahrscheinlich genau der Aspekt geboren, der mittlerweile so vielen Menschen die ursprüngliche Freude am Valentinstag verdorben hat. Klammheimlich schlich es sich bei vielen Menschen ein, dass dieser eine Tag im Jahr ein Gradmesser dafür sein könnte, wie beliebt und geliebt der einzelne Mensch sein könnte. Auf einmal wurden Valentinsgeschenke größer und größer und wer leer ausging, hatte das Gefühl, nicht (genug) geliebt zu werden…

Ganz fies fand ich persönlich zum Beispiel eine Sitte an der Schule meiner Kinder. Dort konnten die Schüler im Vorfeld des Valentinstags bei der SMV rote Rosen kaufen, die dann am Valentinstag von der SMV im Unterricht an die jeweils Beschenkten überreicht wurden… So werden vermeintliche Klassenstars geboren – durchaus auch durch geschicktes Selbstmarketing 😉 – und Kerben ins Teeny-Selbstbewusstsein geschlagen. Muss so etwas in diesem sensiblen Alter wirklich sein? Kein Wunder spaltet das Thema Valentinstag dann später die Gesellschaft…

 

 

Valentinstag – ein Tag der Zuneigung und Freundschaft

Kommerz hin oder her. Zuneigung und Freundschaft kann man gar nicht oft genug zeigen! Es geht bei dieser Tradition nämlich eben gar nicht um große Geschenke und Konsum. Zuneigung und Wertschätzung sind angesagt, nicht der große Geldbeutel. Es geht um die Liebe an sich, um ein liebevolles Miteinander. Das kann man natürlich mit Blumen und Pralinen ausdrücken. Muss man aber nicht. Es gibt tausend verschiedene Möglichkeiten, die weder in einen Blumenladen noch in eine Confiserie führen.

Ich persönlich finde ein liebevoll gekochtes Essen wunderbar. Das kann ein Candle-light-dinner sein oder aber auch ein Essen mit der ganzen Familie oder dem Freundeskreis. Man darf sich auch durchaus selber beschenken, denn die Hauptbotschaft heißt doch eigentlich

„schön, dass es dich gibt!“.

 

Je nach persönlichen Vorlieben darf es dabei durchaus auch etwas Besonderes sein. Ein schön gedeckter und dekorierter Tisch verdrängt den Alltag und verleiht dem Valentinstag einen festlichen Rahmen.  Ein einfaches 2- oder 3-Gänge Menü ist selbst Zuhause kein Hexenwerk:

 

Menüvorschlag zum Valentinstag

 

Kleiner Salat  

oder

marinierter Lauch

***

moules frites

oder

Spaghetti vongole

oder

Lieblings-Pappardelle

 

***

Eis

oder

Bratapfel-Tiramisu

oder

Käseauswahl

 

 

Machen wir den Valentinstag doch einfach wieder zu einem besonderen Tag und feiern das Leben & die Liebe! 

 

Be my valentine …. Danke, dass es Dich in meinem Leben gibt!

Herzliche Grüße aus dem maison malou

Biggi

 

 

 

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Birgit Schultz
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Hach, Biggi, ich ahnte es, dass wir da wieder auf einer Wellenlänge liegen würden. Ich habe den Valentinstag so richtig erst in meinem Auslandssemester an der Uni Aberdeen kennen gelernt. Und da wurden halt allen, die man mochte, Karten geschickt. Zwar gab es auch hier das „schaut mal, wie viele Karten ich bekommen habe“ – aber das war eine lustige Stimmung! Darum sehe ich den Valentinstag auch viel versöhnlicher als die meisten Deutschen. Sehr erfrischend nun, ähnliches auch bei Dir zu lesen. Bei uns gibt es traditionell weder Geschenke noch Blumen noch ein spezielles Dinner. Aber wir haben an diesem… Weiterlesen »