Soulfood Kässpätzle…. aber bitte frisch & selbstgemacht

Kennst Du diese Tage an dem nur ein einfaches & ehrliches Essen Deine Seele wieder zum Lächeln bringen kann?!? Tage, an denen alles schief läuft, sich das Wetter aufs Gemüt schlägt… oder auch gleich beides. Manchmal braucht man einfach ein ganz besonderes Seelenpflaster: ein Oma-Essen. Etwas, das Geborgenheit vermittelt und die Seele streichelt. Da werden dann keine Kalorien gezählt und das Thema Cholesterin anzusprechen,  wäre auch völlig unangebracht. Da geht es einfach nur um einen Rückfall in die orale Kindheitsphase…   Erinnerungen an Zeiten, in denen mit Sprüchen wie „heile, heile Gänschen“ alle Blessuren einfach aus dem Leben gepustet wurden. Morgen ist schließlich ein neuer Tag! … Kässpätzle zum Beispiel.

Unsere Großmütter konnten noch nicht das ganze Jahr auf irgendein Superfood zurückgreifen. Sie mussten mit dem vorlieb nehmen, was in der Vorratskammer gerade zur Verfügung stand. Vielleicht sollten wir uns darauf einfach zurückbesinnen?!?  Denn gerade in den Zeiten, in denen ich das Gefühl habe mit der ganzen Welt auf Kriegsfuß zu stehen (… oder auch die Welt mit mir 🙂 ) gehört Einkaufen nicht gerade zu den Tätigkeiten, die mich in diesen Momenten glücklich machen …  Wenn ich also in genau diesen Momenten unmotiviert die Speisekammer im maison malou durchstöbere, dann empfinde ich es als großes Geschenk, dass sich wunderbar leckere (Käs-)Spätzle so gut wie immer aus den Vorräten zaubern lassen.

Kässpätzle?!? Eine schwäbische Liebeserklärung

Schon der Name „Spätzle“ ist so etwas wie eine Liebeserklärung. Spätzle – das ist zum einen die Verkleinerungsform von einem Spatz. So heißt der putzige Sperling im Schwabenländle. (Mei) Spätzle … so nennt man deshalb auch liebevoll ein kleines Kind. Vielleicht weil es genauso heißgeliebt wird wie die das Traditionsgericht Spätzle ?!? Oder natürlich die Herzallerliebsten…

Gute, frische Spätzle… das ist wie mit frischer italienischer Pasta: sie genügen sich selbst und im Grunde braucht es auch nichts dazu. Alleine schon deshalb sind sie durch und durch schwäbisch … nämlich sparsam. Meines Wissens sind die schwäbischen Spätzle die einzige Teigware in Deutschland, die sich sozusagen nicht nur einen eigenen Namen gemacht haben – nein, für sie wurden sogar extra Gerätschaften erfunden… ein Spätzlebrett mit entsprechendem Schaber oder eine Spätzlepresse gehören zur Grundausstattung eines schwäbischen Haushalts.

Streng genommen gibt es sogar für Spätzle ein ganz eigenes Mehl. Man findet es im Handel durchaus auch unter dem Namen Spätzlesmehl – gemeint ist ein sogenanntes doppelgriffiges Mehl, auch Dunst genannt. Dunst ist gröber gemahlen als Mehl und sozusagen eine Zwischenstufe zwischen Mehl und Gries. Diese „Körnung“ sorgt dafür, dass die Spätzle anschließend auch den nötigen „Biss“ haben. Wenn man dieses Mehl nicht bekommt – oder gerade nicht im Vorrat hat 😉 – dann kann man aber auch  Mehl mit einem Teil Grieß mischen.

Spätzle sind echte Schwaben – nämlich sparsam

Spätzle bestehen aus wenigen Zutaten – Du brauchst Eier, Weizen- oder Dinkeldunst, Salz und evtl. noch etwas Wasser. Ich persönlich bevorzuge Dinkeldunst, weil unser Weizen meist auch nicht mehr das ist, was er mal war… der Weizen wurde auf extremhohe Erträge und hinsichtlich perfekter Backeigenschaften gezüchtet. Letzteres heißt, dass der heutige Weizen einen höheren Glutenanteil hat. Immer mehr Menschen werden glutensensibel und vertragen Weizen immer schlechter. Dinkel ist da ursprünglicher und hat aufgrund seines natürlich hohen Glutengehalts trotzdem gute Backeigenschaften. Dinkel ist also nicht glutenfrei – aber es ist ein anderes Gluten als das im Weizen und Dinkel wird von vielen Menschen besser vertragen. Da die Erträge jedoch sehr viel kleiner sind als beim Turboweizen ist Dinkel teurer.

Ein guter Spätzlesteig ist eine Erfahrungssache – Rezepte können hier nur Richtwerte sein. Denn abhängig von der Größe der Eier und vom Mehl ist der Teig auch „wetterfühlig“…. je nach Wetterlage braucht man mal mehr Mehl oder noch ein zusätzliches Ei – oder auch ein paar Löffel Wasser wenn der Teig zu trocken ist. Klassische Rezepte nennen meist 200 g Spätzlemehl auf 3 Eier und Salz… und das sollen Spätzle als Beilage für 4 Personen sein… Ich persönlich finde ja, das ist eine viel zu kleine Spätzleausbeute in Anbetracht der Tatsache, dass der Reinigungsaufwand für die Spätzlespresse hoch ist 🙂

ALSO…. wenn’s im maison malou Spätzle gibt, dann mach ich das wie Uroma Herta – Gott hab sie selig! Man hat NIE zuviel Spätzle! Schließlich kann man sie problemlos in verschiedenen Gerichten weiterverwenden oder auch einfrieren. Trocknen tu ich sie allerdings nie, denn dann könnte ich ja auch getrocknete kaufen…

Frische Spätzle – es kommt auf’s Gefühl an

Meistens nehme ich so  6 – 8 Eier – ich persönlich bevorzuge kleine Eier und bin ganz glücklich wenn unser Hofladen Junghenneneier hat. Je mehr Eier, desto schöner die Farbe der Spätzle…  Pro Ei nehme ich 1 Handvoll Dunst. Oder Mehl und Grieß. Und knapp 1 EL Salz. Mit den Knethaken der Küchenmaschine verrühren – das Ziel soll eine Teig sein, der zähfließend von den Haken tropft… Wenn das nicht der Fall ist, dann entweder noch ein zusätzliches Ei rein oder aber ein bisschen kaltes Wasser unterrühren. Ist der Teig hingegen noch zu flüssig, dann einfach noch ein bisschen mehr Dunst unterrühren. Anschließend den Teig ca. 20 Minuten ruhen lassen. Solange braucht es aber meistens auch bis ein großer Topf mit Wasser kocht….

Spätzlesbrett oder Spätzlespresse?

Ich persönlich nehme eine Spätzlespresse – andere bevorzugen ein Spätzlesbrett. Im oberschwäbischen Allgäu macht man statt Spätzle meist lieber kurze Knöpfle und nimmt dafür einen Knöpfleshobel… Das kochende Wasser salzen und die Hitze etwas reduzieren. Teig portionsweise in das Wasser drücken oder schaben – und da sieht man ja dann auch gleich, ob der Teig zu trocken oder zu weich ist. Ggf. halt noch ein bisschen Mehl oder Wasser dazu geben. Wenn die Spätzle gar sind, steigen sie an die Wasseroberfläche und werden mit einem Schaumlöffel abgefischt. Spätzle kalt abschrecken – d.h. in eine Schüssel mit kaltem Wasser geben, NICHT unter fließendem Wasser 😉 – und sollten anschließend gut abtropfen. Abschließend schwenkt man die Spätzle noch in einer Pfanne in etwas geschmolzener Butter. Dadurch bekommen sie einen wunderschönen Glanz – und natürlich einen feinen Geschmack.

Steigerung Spätzle?!? …. KÄSSPÄTZLE!!!

Für Kässpätzle braucht man zusätzlich noch Zwiebeln und einen kräftigen Hartkäse. Backofen auf ca. 180° vorheizen, Zwiebeln in Ringe schneiden und in etwas Mehl wenden und anschließend in einer Pfanne mit etwas Butter goldgelb rösten. Den Käse reiben. Auch verschiedene gemischte Käsereste eignen sich gut. Eine gute Auflaufform mit Butter auspinseln und abwechselnd die Spätzle und den Käse einschichten – oben drauf kommen dann die Zwiebeln und der restliche Käse. Anschließend ca. 15 Minuten im Backofen den Käse goldbraun schmelzen lassen… zu Kässpätzle passt hervorragend Salat – auch Tomatensalat oder Gurkensalat oder was auch immer man am liebsten mag.

Eine gute Spätzlespresse sollte aus Edelstahl sein und nicht aus Aluminium oder Plastik. Aluminium sollte aus gesundheitlichen Gründen grundsätzlich vermieden werden und Plastik genauso. Mal davon abgesehen, dass Plastik in der Küche sehr schnell unansehnlich wird und auch sehr viel schneller kaputt geht. Gute Küchengerätschaften haben ihren Preis – aber es lohnt sich. Nicht nur, weil man mit hochwertiger Qualität einfach besser arbeiten kann – das sind Küchenutensilien für’s Leben. Meine Spätzlespresse ist inzwischen 22 Jahre alt… und wird mich wohl Rest meines Lebens begleiten. Langfristig gesehen hat sich der höhere Anschaffungspreis also mehr als gelohnt und außerdem ist mir Nachhaltigkeit sehr wichtig!

Spätzlesbretter aus Holz gehen natürlich irgendwann mal zu Bruch… das unbehandelte Holz kann aber problemlos nachhaltig entsorgt werden.

Laß es Dir schmecken – Spätzle und Kässpätzle passen einfach in JEDE Jahreszeit und machen glücklich!

 

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Gerne empfehle ich Dir für Dein Abenteuer Kässpätzle meine persönlichen Lieblingsprodukte, mit denen ich selber sehr zufrieden bin. 

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… und wenn Du wissen möchtest, wie ein Blockhaus gebaut wird, dann ist vielleicht dieser Artikel was für Dich.

 

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2 comments on “Soulfood Kässpätzle…. aber bitte frisch & selbstgemacht

  1. Da ich in der Nähe von Stuttgart wohne, war diese kleine Hommage an die Spätzle richtig schön zu lesen 🙂 und du hast mich inspiriert: heute Abend gibt’s bei uns mal wieder Kässpätzle 🙂

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