Schlafzimmer – Wohlfühloase oder Rumpelkammer?

Dein Schlafzimmer. Wohlfühloase oder Rumpelkammer?!? Denn dies bedeutet

„wälzt Du noch…. oder träumst Du schon?!?!?“

 

 

Wohl kein Raum polarisiert so sehr wie ein Schlafzimmer. Und kein anderer Raum wird gleichzeitig so oft zweckentfremdet. Dabei ist es doch gerade dieser Raum, der Dich behütet während Du Dich im Schlaf erholst. Warum nur wissen wir dies meistens weder zu schätzen noch zu würdigen?

Dieser Beitrag ist der Blogparade Schlafgeflüster  von Dr. Annette Pitzer gewidmet. Herzlichen Dank liebe Annette für Deine wundervolle Anregung! Mein Thema ist das ganzheitliche Einrichten und deshalb war für mich natürlich klar, dass ich vor allem zu den „räumlichen Rahmenbedingungen“ für einen guten Schlaf etwas beitragen möchte.

 

 

Die Geschichte des Schlafzimmers

Gerade das Schlafzimmer erzählt sehr viel über uns und natürlich auch über die Kultur, in der wir verwurzelt sind.

Bei Naturvölkern wäre es zum Beispiel noch heute unvorstellbar, schon kleine Babys in ein eigenes Schlafzimmer zu verbannen. In unserer westlichen Kultur gilt es hingegen als erstrebenswert, Kinder so schnell wie möglich in ein eigenes Zimmer abzuschieben. Dies hat zur Folge, dass viele Familien dafür dann – oft über mehrere Jahre – mit ihrem Nachwuchs einen Kampf ums (Ein-)Schlafen führen und die entsprechenden Ratgeber ganze Bücherregale füllen können… Immer mehr Familien entdecken daher auch in unserem Kulturkreis den Vorteil eines Familien-Schlafzimmers 😉 

Auf der anderen Seite war auch in der westlichen Kultur über viele Jahrhunderte ein eigenes Schlafgemach ein Privileg des Adels und für alle anderen ein unerschwinglicher Luxus. Für den Adel war jedoch das Schlafzimmer der Ort, aus dem heraus regiert und Hof gehalten wurde. Nur einem besonders erlauchten Kreis war es gestattet, bis in dieses intime Refugium vorgelassen zu werden. Der innere Machtzirkel, der damit natürlich auch einen extremen Kontrollmechanismus zur Verfügung hatte. Ob das den Herrschenden immer soooo angenehm war?!?

 

 

Das Schlafzimmer heute

 

  • Ist einer der privatesten und intimsten Räume in Deinem Zuhause und meistens ist die Türe geschlossen, wenn Besuch kommt
  • ein Rückzugs- und Erholungsort
  • der Ort, an dem wir schlafen
  • meistens lagern wir hier auch unsere persönliche Kleidung – sei es in einem Schrank oder in einem angegliederten Ankleidezimmer/begehbarem Kleiderschrank
  • Teilen wir normalerweise nur mit Menschen, die uns wirklich am Herzen liegen. Alle anderen empfinden wir schnell als Eindringling in unseren Schutzbereich
… und außerdem ist das Schlafzimmer sehr oft auch noch

 

  • Rumpelkammer für alles, das sonst keinen Platz findet
  • Lager für noch Unerledigtes, wie zum Beispiel noch zu lesende Bücher
  • Haushaltsraum für Näh- und Bügelarbeiten
  • Krankenzimmer
  • Familienzimmer

 

Selbst in 1-Zimmer Apartments versucht man meistens, eine irgendwie geschützte Schlafecke zu gestalten. Den meisten Menschen ist es nämlich ausgesprochen unangenehm, wenn Fremde oder auch Besuch einen freien Blick bis aufs Bett (womöglich auch noch ungemacht…) werfen können.

 

Fest steht auf jeden Fall – das Schlafzimmer ein sehr intimer Bereich.

 

 

 

Das Schlafzimmer als Wohlfühl-Oase

„Wie Innen so Außen“… der Blick ins Schlafzimmer sagt sehr viel darüber aus, wie sehr ein Mensch in sich selber ruht. Und wie es mit seinem Selbstwertgefühl wirklich aussieht. Da die wenigsten Menschen in ihrem Schlafzimmer heute noch Hof halten, ist es nämlich der Raum, in den leider meist nicht so  viel investiert wird. Menschen mit einem soliden Selbstwertgefühl hingegen schaffen sich sehr gerne einen optimalen Erholungsplatz.

Ein ruhiges, geordnetes Schlafzimmer wirkt sehr wohltuend auf den Geist und die Seele. Hier ist es möglich,  Abstand zum turbulenten Leben zu bekommen. Einfach mal den Alltag draußen lassen……… dann sind auch Schlafstörungen völlig unnötig. Denn wie oft wälzen wir uns schlaflos im Bett, weil wir noch unerledigte Arbeit vor Augen haben? Oder weil uns unser Umfeld eher aufregt statt beruhigt?

 

Qualität – im Schlafzimer besonders wichtig

Gerade im Schlafzimmer ist es wichtig, den Hauptschwerpunkt auf eine gute Qualität zu legen. Hochwertige Matratzen. Möbel und Textilien, die keine Chemikalien ausdünsten und die leicht sauber zu halten sind. Vergessen wir niemals, dass wir im Schlaf über mehrere Stunden ganz direkten Hautkontakt zu den Materialien, die uns umgeben, haben. Weniger ist hier mehr. Unsere Gesundheit wird es uns danken!

In diesem ersten Schritt geht es noch nicht um komplizierte Feng Shui Aspekte oder irgendwelche „schwierig umzusetzenden“ Gestaltungsfragen. Es geht um die ganz einfache Frage, ob man das Gefühl hat, dass man im eigenen Schlafzimmer überhaupt auch zur Ruhe kommen KANN. Ist Dein Schlafzimmer, an dem Du Dich sicher und geborgen fühlen kannst? 

Wenn nicht – dann wird es allerhöchste Zeit, dass Du Dich Deinem eigenen Regenerationsraum  widmest! Geborgenheit ist ein Grundbedürfnis unserer Seele, aus dem wir sehr viel Kraft schöpfen.

 

Farbe ist Energie

Gerade weil das Schlafzimmer ein sehr privater Raum ist, kann man natürlich hier am ehesten in allen Lieblingsfarben schwelgen. Der Raum soll und darf ja schließlich die eigene Persönlichkeit unterstreichen… 

Doch Vorsicht! Regenbogenbunt ist trotzdem nicht immer eine gute Lösung. Denn die Vielzahl an Farben sorgt eher für ein anregendes als für ein beruhigendes Ambiente. Dieses ist aber wichtig, wenn Du einen ruhigen und erholsamen Schlaf genießen möchtest!

Gedämpfte, weiche Farben schmeicheln –  große, unruhige Muster hingegen können den Schlaf stören. Die Beschränkung auf wenige Farben sorgt dafür, dass der Raum eine harmonische Ausstrahlung bekommt und der Geist schneller und leichter zur Ruhe kommen kann. 

Natürlich gibt es klassische Schlafzimmerfarben und Empfehlungen, die auch davon abhängen, in welcher Himmelsrichtung Dein Schlafzimmer liegt.  Trotzdem bin ich der festen Überzeugung, dass es gerade für das Schlafzimmerambiente nur einen einzigen wichtigen Gradmesser dafür gibt, welche Farbe die Richtige ist – Dich selber!

 

… und Du weißt am Besten,  was Dir gut tut!

 

Du wirst instinktiv spüren, welche Farbe Dich bei Deiner Regenerationsfähigkeit unterstützt und mit welcher Farbe Du Dich gerade so richtig wohlfühlst. Diese ist dann Deine Ausgangsbasis. Gerade im Schlafzimmer kann man auch sehr schnell und unkompliziert reagieren, wenn man das starke Bedürfnis nach einer Farbveränderung hat oder ein bestimmtes Chakra stärken möchte. Die Bettwäsche muss schließlich sowieso öfter mal gewechselt werden 😉 Achte einfach nur auf Dein ganz persönliches Wohlgefühl – es geht schließlich um Deine Entspannung, Sicherheit und Geborgenheit.

 

Schlafzimmer – weniger ist mehr

 

Grundsätzlich sollte im Schlafzimmer eher sparsam dekoriert werden. So kann die Seele besser zur Ruhe kommen. Auch Fernseher, Computer oder handy haben im Schlafzimmer eigentlich nichts verloren und können den Schlaf stören. Im  maison malou haben wir sogar doppelt abgeschirmte Kabel, so dass wir ab dem Moment, ab dem alle Lichter aus sind, relativ gut vor Elektrosmog geschützt sind.

Wir leben heute in so einer vernetzten Welt, dass wir gar nicht mehr wirklich merken, wie sehr wir immer „unter Strom“ stehen. Wie soll man sich so erholen?  Auch wenn wir es fast vergessen haben – die Welt dreht sich weiter, auch ohne dass wir ständig erreichbar sind. Klar ist es bequem, im Bett noch einen Film anzuschauen oder noch emails zu checken oder durch die social media Welt zu zappen. Aber tut es Dir wirklich gut? Gerade beim letzten Punkt ist schnell mal wieder eine Stunde (Schlaf) futsch…

 

… Qualität statt Quantität

 

Naturmaterialien sind eine Wohltat für unsere Haut – und ein sinnliches Erlebnis! Wie herrlich fühlt sich doch Seide an oder auch kühlende Leinenbettwäsche in unerträglich heißen Sommernächten!!! Wärmender Baumwollflanell sorgt hingegen für kuschelige Wärme in den Wintermonaten und handgestrickte Bettsocken aus weicher Rheumawolle für warme Füße und damit für einen tieferen Schlaf.

Da wir auch im Schlafmodus sehr aufnahmefähig sind, ist es auch wichtig, intensive und belebende Düfte zu vermeiden. Ein dezenter und unaufdringlicher Raumduft aus natürlichen ätherischen Ölen kann tief entspannen oder aber auch wach halten. Gerade auch von Duftkerzen bekommen viele Menschen  in der späteren Tiefschlafphase eher Kopfschmerzen… Wichtig für einen guten und erholsamen Schlaf ist auf jeden Fall ein gut gelüfteter, eher kühl gehaltener Raum.

Schöne und weiche Nachtwäsche aus Naturmaterialien (möglichst auch kratzige Reißverschlüsse …), ein schönes, warmes Fußbad, den Körper mit hochwertigen Ölen gepflegt und nach beruhigenden und harmonisierenden Düften wie Lavendel, Rose oder Sandelholz duftend… Gibt es einen schöneren Aufbruch in das Land der Träume?

 

 

„Wenn wir einschlafen, erwacht in uns der Gott“

Friedrich Hebbel (1813 – 1863)

 

 

… und ausgeschlafene Götter sind zu großen Taten fähig! Wenn Du also genau das Leben führen möchtest, von dem Du (noch) träumst ( 😉 )  dann solltest Du Dir als allerersten Schritt ein Wohlfühl-Schlafzimmer gönnen. Deine persönliche Tankstelle an Lebensenergie. Es lohnt sich!

Herzliche Grüße aus dem maison malou …. und „schlaf schön“!!!
Deine Biggi

 

Ganzheitliches Einrichten

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Zur persönlichen Beratung geht es hier.

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Mehr Beiträge rund ums Thema Schlaf findest Du direkt bei der Blogparade Schlafgeflüster von Dr. Annette Pitzer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Birgit JourdanKayHeike Recent comment authors
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Kay
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Ein sehr schöner Artikel. Auch bei mir zuhause ist das Schlafzimmer der wichtigste Raum und ich habe mich lange mit der Gestaltung desselben auseinandergesetzt und letztendlich eine wahre Ruheoase geschaffen 🙂

Liebe Grüße, Kay.
http://www.twistheadcats.com

Heike
Gast

Liebe Biggi,

ein sehr schöner Artikel und ich gehe absolut konform mit dir. Mir ist mein Schlafzimmer ist mir absolut wichtig und wurde auch deshalb schön eingerichtet.
Viele liebe Grüße
Heike