Una notte italiana… und meine Lieblings-Pappardelle

Ich liebe sie ja – diese Spätsommertage. Im August läuft der Sommer noch einmal zur Hochform auf, gibt aber gleichzeitig auch schon so ein bisschen einen Vorgeschmack auf die Fülle des nahenden Herbst. Die Zeit der endlos lang hellen Sommerabende ist für dieses Jahr längst wieder vorbei. Nicht mehr lange und die Nächte sind wieder länger als die Tage. Die Tag- und Nachtgleiche ist in diesem Jahr übrigens am 22. September. Doch bis dahin ist noch Zeit für „una notte italiana“ – und meine Pappardelle.

Genießen wir die Freiheit der Terrassenromantik – denn ja, es ist im Moment sogar sehr romantisch draußen zu sitzen … Kerzen können wieder mit den Sternen um die Wette funkeln – und wir müssen dazu nicht einmal mehr bis Mitternacht wach bleiben. 

Jetzt ist die Zeit der Lichterfeste! Schon als Kind fand ich es immer wunderschön, wenn Gärten – mit Fackeln, Kerzen & Lampions geschmückt – mit den Glühwürmchen um die Wette leuchten. Solar-Lichterketten  verzaubern Bäume und Sträucher in eine Märchenwelt – jetzt, im August und September, hat die Sonne auch in unseren Breiten die Kraft, den Speicher kräftig aufzuladen für viele schöne Abendstunden. Zumindest normalerweise. Selbst bei schlechtem Wetter tanken die Speicher mehr Energie als im Dezember 😉

 

Allein oder mit Freunden – wenn uns der Regen nicht gerade in die Innenräume vertrieben hat, dann war es in den letzten Wochen oft zu heiß für schöne Tafelrunden. Da wurde höchstens rustikal gegrillt. Heute möchte ich Dir nun eines meiner Lieblingsgerichte vorstellen, das alleine schon von den Zutaten her den Sommer mit dem nahenden Herbst verbindet. Noch ist es zu warm für deftige Essen… doch langsam erwacht auch wieder die Lust auf ein warmes Gericht, statt  kaltem Salat und Obst.

 

Una notte italiana

… erinnerst Du Dich noch an die Italo-Hits der 80iger Jahre???  Wenn ich auf dem Weg nach Italien bin – und Italien ist für wunderschönes Stoff-Design bekannt! – dann habe ich ein ganz einfaches Ritual: ab dem Gotthardt-Tunnel gibts diese Gute-Laune-Italo-Popmusik auf die Ohren …. und ich singe lauthals mit. Es gibt für mich einfach keine bessere Einstimmung auf Italien als diese alten Zeiten heraufzubeschwören. Ich gebe zu – diese Einschätzung teilen meine Reisebegleiter nicht immer 😉 

Reichten uns  in den 80iger Jahren noch „Spaghetti carbonara“ und Chianti aus bastumwickelten großen, bauchigen Flaschen, so haben sich in den vergangenen Jahrzehnten unsere kulinarischen Ansprüche an Italien doch etwas verfeinert. Geblieben ist aber, dass wir an der italienischen Küche das Ursprüngliche lieben. Wir träumen von der italienischen Mamma – oder noch besser der italienischen Nonna 😉 – die den ganzen Tag nichts anderes zu tun hat, als uns liebevoll zu bekochen. 

Die klassische italienische Küche ist nicht spektakulär – sie ist eine Küche, die eher von Armut geprägt ist. Eine ehrliche Küche, die mit wenigen Zutaten auskommen musste. Vielleicht sind es gar nicht die Kohlenhydrate der Pasta, die uns glücklich machen?!? Vielleicht tröstet einfach die Erkenntnis, dass gerade dieses Simple und Einfache unserer Seele so gut tut? Dass die traditionelle Küche der Großmütter es auch locker mit den Genüssen der Sterneköche aufnehmen kann… DAS ist die Geborgenheit, die wir an manchen Tagen einfach brauchen.

 

Geborgenheit? Auf italienisch heißt das Pasta …

Pappardelle…. die mindestens 1 cm breiten Bandnudeln werden üblicherweise in „Nestern“ serviert. Ihr Ursprung wird in der Toskana vermutet. Dank ihrer Breite nehmen sie Saucen gut auf und sind deshalb perfekt für leckere ragùs. Wenn ich Zeit habe, dann mache ich unsere Lieblings-Pappardelle gerne selber – denn frische Pasta ist einfach ein Genuß! Wenn es schneller gehen muss, dann gibt es gute Trockenware aus Italien. Für mein Rezept ist es auch nicht wichtig, dass sie in Nester gedreht sind – denn die Nudeln werden schon vor dem Servieren gut mit dem ragù vermischt.

Das Lieblingsragù meiner Familie ist übrigens vegetarisch und läßt sich auch gut vorbereiten.

Du brauchst dazu:

2 EL Olivenöl

1 Zwiebel – fein gehackt

2 Karotten – gewürfelt

1-2 Stengel Staudensellerie – ebenfalls klein gehackt

1-2 Knoblauchzehen

1 kleine Dose Pizza-Tomaten

150 ml trockenen Weißwein

Meersalz & frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer

100 gr. Ziegenfrischkäse oder auch Ricotta

viiiiiiiiiiiiiel frisches Basilikum – größere Blätter in Streifen geschnitten

… und natürlich Pappardelle und geriebenen Parmesan.

Die Sauce reicht für 3 – 4 Portionen und ich nehme immer ca. 300 Gramm getrocknete Nudeln.

 

Zuerst wird das Olivenöl in einem Topf erhitzt und darin die kleingeschnittenen Zwiebeln, Karotten und Sellerie angeröstet. Zuletzt wird noch der Knoblauch dazu gepresst. Den Knoblauch immer erst zum Schluß zugeben; er verbrennt sonst schnell.

Wein und  die Dose gehackte Tomaten zugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Kurz aufkochen und dann die Hitze zurücknehmen und bei geschlossenem Deckel ca. 25 Min. köcheln lassen. Dabei gelegentlich umrühren.

… und die Pappardelle?

In der Zwischenzeit werden die Pappardelle in reichlich Salzwasser al dente gekocht – anschließend abgießen, aber bitte auf keinen Fall mit kaltem Wasser abschrecken! Sonst verbindet sich die Pasta nicht so gut mit dem ragù.

Den Ziegenfrischkäse in eine vorgewärmte Auflaufform geben. Anschließend die heiße Pasta, die Sauce und das geschnittene Basilikum zugeben und alles miteinander gut vermischen. An das Gericht gehört wirklich viel Basilikum – deshalb darf für’s Auge auch noch großzügig mit Basilikumblätter dekoriert werden.

Für mich gehört auch unbedingt noch geriebener Parmesan dazu – dies ist aber kein Muss, da ja schon Frischkäse mit an der Sauce ist.

Schöne Musik, ein Glas Wein… dieses Jahr auch noch eine leichte Kuscheldecke … mit etwas Glück auch noch Sternschnuppen – Urlaub ist immer dort, wo man sich gerade wohl fühlt 😉

Wolldecke crème – pure wool aus Schottland

 

Du suchst noch die passende Kuscheldecke?!?

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Du suchst noch eine Vorspeise dazu? Nicht unbedingt italienisch – aber trotzdem passend sind die gefüllten Weinblätter.

 

4 comments on “Una notte italiana… und meine Lieblings-Pappardelle

  1. Hm, dass klingt echt lecker. Probiere ich heute Abend gleich mal aus. Zusammen mit den Kerzen auf der Terasse 🙂

  2. Liebe Biggi,

    dein Artikel hat bei mir Urlaubsgefühle geweckt! Du schreibst ganz wundervoll <3 Vielen Dank dafür und auch für das tolle Rezept. Werde ich mir abspeichern 🙂

    Liebe Grüße
    Carina

    • danke Dir Carina…. da werde ich ja gleich ganz rot. Und Urlaubsgefühle sind etwas ganz wunderbares – sollte man viel öfter in den Alltag integrieren 😉

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