Lagom – die schwedische Antwort auf Hygge

Lagom. Dieser Trend aus Schweden löst gerade den hygge-hype in der Einrichtungsbranche ab. Dabei ist Lagom im Gegensatz zu hygge gar nicht einmal auf das Interior-Thema beschränkt. Doch da die social media Welt nach immer mehr Content lechzt, wird notfalls aus allem ein völlig neuer Trend gezaubert…

 

Was bedeutet eigentlich „Lagom“?

Der Begriff Lagom kommt aus Schweden, steht für „neue Einfachheit“ und bezieht sich eigentlich in erster Linie auf Werte wie Umweltbewußtsein und Lebensqualität. Lagom  bedeutet „etwas ist genau richtig und angemessen“ – also nicht zuviel und nicht zu wenig. Die Emotionen sind sozusagen in der Balance… „in der Mitte liegt das Glück“.

Hygge, der Vorgängertrend aus Dänemark, beschreibt die skandinavische Gemütlichkeit zwischen viel Kerzenlicht, leckerem Essen und Geborgenheit mit Freunden. Gerade für die Herbst- und Wintermonate, hört sich das ja auch einfach traumhaft an und wenn Du dir Skandinavien im Winter vorstellst, dann ist dieser Trend auch nachvollziehbar. Du darfst nicht vergessen – in den Wintermonaten gibt es auch in Skandinavien nicht nur idyllische Winterferien mit viel Schnee und Schlittenfahren. Im Winter ist es dort ausgesprochen kalt und vor allem auch dunkel. So wie es rund um Midsommar fast rund um die Uhr Tag ist, so ist es zur Wintersonnenwende fast die ganze Zeit dunkel. Da braucht die Seele einfach Futter – oder etwa nicht?

Lagom hingegen beschreibt weniger den Einrichtungsstil als die Mentalität der Schweden, die dann aus der hyggeligen Pippi-Langstrumpf-Kinderstube herausgewachsen sind. Es geht darum, eine Balance zu finden zwischen Minimalismus und Dekadenz.

 

Kennst Du die Geschichte Schwedens?!?

Ich möchte hier jetzt wirklich nicht die Geschichte Schwedens breit treten. Dazu kann man ganz viel im Internet lesen und es lohnt sich wirklich, sich einmal damit zu befassen.  Die Dynastie Bernadotte regiert in Schweden erst seit 1818 – damals musste das amtierende schwedische Königshaus den französischen General Jean-Baptiste Bernadotte adoptieren.

Diese Geschichte wurde von Annemarie Selinko in dem Buch „Désirée“ als fiktives Tagebuch der Désirée Clary, Seidenhändlertochter aus Marseille sehr unterhaltsam aufgeschrieben und das Buch dann 1954 mit Marlon Brando und Jean Simmons verfilmt. Ich habe das Buch als Teenager verschlungen und auch vor ein paar Jahren noch einmal mit einem ganz anderen Blickwinkel gelesen…

 

 

Die Geschichte Schwedens ist also sehr eng mit der Geschichte Frankreichs verbunden und so zog sicherlich auch der Wunsch nach etwas französischem Savoir vivre im Gepäck der Bernadottes mit in den kalten Norden.  Ob zu diesem Zeitpunkt zum ersten Mal eine Balance zwischen der Dekadenz des französischen Hofes und dem Minimalismus der nordischen Kultur gefunden werden musste?!? Wer weiß das schon so genau…

 

Lagom – NEUE Einfachheit?!?

Sind wir doch mal ehrlich – so neu ist das mit der Einfachheit in Skandinavien gar nicht. Wenn man an große skandinavische Designer denkt… Arne Jacobsen – Georg Jensen – Orrefors – Royal Copenhagen … um nur ein paar Wenige zu nennen, dann denkt man automatisch auch an reduziertes Design. Skandinavisches Design zeichnet sich eher durch Schlichtheit aus als durch Opulenz.

Im Sinne von Lagom als Einrichtungsstil werden in erster Linie neutrale, ruhige Farben eingesetzt. Muster beschränken sich auf eher unauffällige Designs und werden insgesamt nur sparsam dosiert. Angestrebt wird eine gewisse „Mittelmäßigkeit“ . Es geht nicht ums Auffallen, sondern nur darum , durch sparsame Akzente einen Ausgleich zu finden und die Balance zu halten. So neu ist diese schlichte Eleganz also eher nicht. Sie wird nur gerade in Hipster-Kreisen wieder in Szene gesetzt.

 

Lagom als Lebensphilosophie

Den schwedischen Trend Lagom auf einen Einrichtungstrend zu reduzieren finde ich persönlich sehr schade. Ich persönlich rücke da lieber das Umweltbewusstsein und die Lebensqualität als Aspekte von Lagom in den Mittelpunkt. Die Besinnung auf diese Eigenschaften ist für jeden Menschen sehr wichtig. Deshalb muss die eigene Individualität jedoch nicht verleugnet werden. Diese Werte können durchaus auch sehr farbig in Szene gesetzt werden und müssen nicht langweilig und spartanisch ausgedrückt werden.  Allerdings darf das Pendel nicht dauerhaft in eine Richtung ausschlagen – sonst gerät die Balance aus dem Ruder.

Gerade Lebensqualität gewinnen wir langfristig vor allem auch dadurch, dass wir durch qualitätsbewußtes Einrichten und Leben kurzfristige Trends vermeiden. Klassisch schöne Qualität bedeutet vor allem eine lange Freude an den eingekauften Produkten und wer nicht ständig neu einkaufen gehen muss, gewinnt Zeit – und damit auch wieder Lebensqualität. Insofern leben wir in unserem maison malou schon mindestens seit 17 Jahren diesen Trend. Und haben es nie bereut. Nur das mit den neutralen, ruhigen Farben… das beleuchte ich in einem der nächsten Blogposts mal aus einem anderen Licht 😉

 

Was ich Dir noch sagen wollte…

Danke, dass Du bis zum Ende gelesen hast und meinen Gedanken dadurch Deine Aufmerksamkeit geschenkt hast.  Wenn Dir mein Beitrag gefallen hat, dann freue ich mich sehr, wenn Du ihn teilst und andere liebe Menschen auf maison malou aufmerksam machst.

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Du interessierst Dich für Skandinavien und die skandinavische Art zu wohnen? Weitere Beiträge findest Du unter Lebensgefühl – skandinavisch wohnen.

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Foto: danke an Clker-free-vector-Images auf pixabay.

 

 

 

 

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