Hygge – glücklich wohnen im Scandi-Style

Die Dänen gelten als besonders glückliche Menschen. Dies behaupten zumindest die Glücksforscher. Was also liegt näher, als sich in Zeiten von gesellschaftlicher Unbeständigkeit an genau den Menschen zu orientieren, die offensichtlich ganz genau wissen, wie man das Glück ins eigene Leben ziehen kann? Hygge – so heißt glücklich wohnen im Scandi-Style.

Im Grunde ist der skandinavische Landhausstil immer aktuell.  Reetgedeckte Häuschen am Meer, vom Meer verwittertes Holz… leckere Zimtschnecken. All das weckt natürlich Kindheitserinnerungen. Unser inneres Kind findet Erholung in Pippi-Langstrumpf-Idylle und träumt von „Ferien auf Saltkrokan“. Und das, obwohl die Dänen und die Schweden ganz unterschiedlich sind. Doch auch die Finnen und Norweger haben ganz eigene Kulturen. Seitdem „hygge“ zum Lifestyle-Konzept geworden ist, verwischen sich allerdings die kulturellen Grenzen in Skandinavien.  Zumindest im Hinblick auf das Thema „glücklich wohnen“.

 

Glücksfaktor „hygge“

Hygge – oder auch hyggelig – ist ein Wort, das ursprünglich norwegische Wurzeln hat, aber dem dänischen Lifestyle zugeordnet wird. Hygge beschreibt ein Lebensgefühl. Es geht um  Wohlfühlen, Geborgenheit, Gemütlichkeit. Das einfache Glück. Hauptsache es bleibt unkompliziert. Wie bei Pippi Langstrumpf. Oder man schafft sich eine Ferienzeit-Qualität, wie man sie eigentlich nur in der Kindheit erlebt.

Spieleabende mit Familie und Freunde gehören genauso zu diesem Lebensgefühl wie leckeres Essen und eine gewisse Landlust und Naturverbundenheit. Sagen zumindest die Glücksforscher. Hygge… das ist der Weichzeichner für den Alltag. Das Wort hat große Ähnlichkeit mit „to hug“ im Englischen. Jemanden umarmen… wünschen wir uns nicht alle ein bisschen mehr menschliche Nähe?

 

Wertschätzung von Kleinigkeiten

Unser Leben wird nicht nur immer schneller – es wird auch immer komplexer. Auf all unsere Wünsche gibt es eine riesengroße Angebotsauswahl als Antwort. Oft fühlen wir uns von der Vielfalt der Möglichkeiten überfordert. In solchen Momenten fallen Entscheidungen schwer. Und vermeintliche „Kleinigkeiten“ werden in Überforderungssituationen überhaupt nicht mehr wahrgenommen. Als Kind mussten wir nicht entscheiden. Wir konnten fest darauf vertrauen, dass die Erwachsenen uns unsere Entscheidungen abnahmen. Oder zumindest die Auswahlmöglichkeiten gehörig einschränkten.

Geborgenheit fanden wir in unserem kindlichen Blickwinkel in den ganz einfachen Momenten. Für uns war es in erster Linie wichtig, dass wir darauf vertrauen konnten, zu einer Gemeinschaft zu gehören. Die ersten Kindermahlzeiten sind eher einfach und süß. Auch Lesezeiten, zum Beispiel mit den Großeltern. All dies bedeutet für ein Kind „da sind Menschen, die lieben mich so sehr, dass sie für mich da sind“. Für ein kleines Kind sind diese Momente viel wichtiger als Reichtum und Luxus. Zunächst geht es einfach um Grundbedürfnisse. Materielle Wünsche entstehen nämlich erst zu einem späteren Zeitpunkt. Meistens als Ersatzbefriedigung.

 

Hygge – Revival der guten alten Zeit?

Hygge ist mehr als nur ein Einrichtungsstil. Wir reden hier von einer Lebensphilosophie. Es ist übrigens nicht erstaunlich, dass wir uns gerade in der heutigen Zeit ausgerechnet auf die Biedermeierzeit zurückbesinnen. 

Biedermeier… das war zunächst einmal die Zeit nach dem Wiener Kongress. In dieser Zeit entstand das Bürgertum mit einer ganz eigenen Kultur und Kunst. Typisch für diese Epoche war eine gewisse „Flucht in die Idylle“. Die neu entstandene Bevölkerungsschicht stellte „bürgerliche Tugenden“ in den Mittelpunkt und die Repräsentationspflichten rückten ein bisschen in den Hintergrund. Als Rückzugsort wählte man eher eine private Gemütlichkeit. „Die gute Stube“ entstand als eine Art Vorläufer unseres heutigen Wohnzimmers. Im Gegensatz zu unserem heutigen Wohnzimmer war sie allerdings oft besonderen Anläßen vorbehalten. Sozusagen ein privater Ort für die trotz allem ja bestehenden Repräsentationspflichten.

Biedermeier… das war übrigens auch die Zeit, in der Handarbeiten eine ganz typische weibliche Beschäftigung und hoch angesehende Tugend war. Es war die Zeit, in dem Kinder zum ersten Mal als „Kind“ und nicht als „kleiner Erwachsener“ wahrgenommen wurden. Wir reden von den ersten Kindergartenvorläufern genauso wie von der Kaffeehauskultur & Thonet-Stühlen. Wert gelegt wurde in dieser Epoche auf eine schlichte Eleganz und eine hohe handwerkliche Qualität.

 

Hyggelig wohnen

Auch wenn Hygge Anleihen aus dem Biedermeier aufgreift – unter hyggelig wohnen versteht man trotzdem etwas anderes.  Es geht zwar in beiden Fällen um eine Kultur des Rückzugs. Doch im Gegensatz zum „cocooning“, also dem „sich einigeln“ wie es im Biedermeier angesagt war,   bleibt Hygge bei diesem Rückzug gesellig. Die Familien sind mittlerweile viel kleiner und oft weit verstreut. Diese Lücke füllen nun Freunde. Deshalb ist es für Menschen, die sich zu dieser Lebensart hingezogen fühlen auch wichtig, gute Gastgeber zu sein. Dabei steht selber backen und kochen hoch im Kurs.

Selbstverständlich sind auch Dekorationen wichtig. Zu Hygge gehören viele Kerzen, unendliche viele Kissen und natürlich auch Kuscheldecken. Am liebsten im DIY-Look. Gestrickte und gehäkelte Kissen haben Hochkonjunktur.  Genauso Teppiche. Hyggelig… hier werden auch die Farben und Accessoires aus Kindertagen wieder aufgegriffen. Sanfte Pastelltöne, helles grau oder crème… und natürlich Schaffelle.

Wer sich ein hyggeliges Zuhause schaffen möchte, der greift am besten zu Holz, Korbwaren, Leinen und Leder. Wobei natürlich inzwischen viele Menschen aus Tierliebe Leder und Schaffelle kritsch sehen und nach entsprechenden Alternativen schauen. Das Stichwort hier ist „fake fur“ . Täuschend echte Webpelzdecken und –kissen vermitteln kuschelige Geborgenheit und haben gleichzeitig den Vorteil, dass sie problemlos waschbar sind. Auch aus diesem Grund lohnt sich die Investition in eine gute Qualität. Billigprodukte erweisen sich oft als Wegwerfartikel nach dem ersten Waschen und sind leider oft kratzig statt luxuriös.

 

 

Hygge – DER skandinavische Einrichtungsstil?!?

Skandinavien blickt auf eine lange Kultur hochwertigen Designs zurück. Gerade auch im Interior. Hier reden wir aber von großen Marken wie zum Beispiel Georg Jensen, Kosta Boda, Royal Copenhagen oder Arne Jacobsen. Skandinavisches Design zeichnete sich schon immer durch eine unglaubliche Klarheit aus. In Skandinavien war die Reduktion auf das Wesentliche schon immer ein wichtiger Bestandteil im Design. Gleichzeitig ist Skandinavien natürlich auch durch sein royales Leben geprägt. Der Minimalismus darf deshalb durchaus als hochwertig verstanden werden.

Hygge – inklusive Tüddelkram, Zimtschnecken und viel zuckersüßem Pastell ist hyggelig also auf jeden Fall nur eine Seite des skandinavischen Einrichtungsstils. Doch  auch wenn dieser Einrichtungsstil derzeit sehr gefeiert wird und vor allem auch in den kommenden Herbst- und Wintermonaten Behaglichkeit verbreiten wird –  der wirklich neue, ganz brandheiße Scandi-Look kommt aus Schweden und heißt Lagom. Doch den stelle ich Dir beim nächsten Mal vor.

Du liebst Skandinavien und Hygge ist genau Dein Stil?

… dann findest Du vielleicht auch in diesen Artikeln etwas Interessantes  für Dich:

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