Emotionales Aufräumen … auch Loslassen genannt

Emotionales Aufräumen – leichter gesagt, als getan. Denn gerade am Jahreswechsel wirst du überall gefragt, wie dein neues Jahr aussehen soll. Du wirst dazu ermutigt, deine Wünsche zu visualisieren und zu manifestieren. Damit deine Wünsche auch alle ausgiebig Platz in deinem schönen, neuen, bunten Leben haben können, ist vorher selbstverständlich das große Aufräumen angesagt. Loslassen. Alles ganz easy. Oder etwa nicht?!? 

 

Der gedankliche Anstoß, dass ich „schon wieder“  was über loslassen und aufräumen schreibe, kam von der lieben Silke Steigerwald mit ihrer aktuellen – ersten – Blogparade zum Thema Loslassen ( zur Blogparade geht es hier)

Ganz herzlichen Dank für die Einladung, liebe Silke. Immerhin handelt es sich hier um eines meiner Lieblingsthemen. Ein Thema, das vermutlich nicht nur in meinem Leben einen roten Faden durch alle Lebensabschnitte zieht. Ende?!? Nicht in Sicht…

 

 

Emotionales Aufräumen

… denn „loslassen“ ist etwas anderes als „loswerden“

 

Ob es immer so sinnvoll ist, die Neuerungen im Leben ausgerechnet zum Jahreswechsel ins Leben zu rufen?!? Darüber könnte man natürlich ausgiebig diskutieren. Hier bei uns in Deutschland erleben wir gerade die kälteste und dunkelste Zeit eines Jahres. Das hört sich nicht gerade sehr einladend ein, etwas Neues zu probieren, oder?

Jede Menge Feiertage, in denen wir uns auch gerne kulinarisch verwöhnen (lassen) sorgen nicht wirklich für eine Aufbruchstimmung. Im Gegenteil. Der Elan wird durch Feiertagsrituale und viel zu vielen Kalorien eher ausgebremst.  Die meisten Menschen werden eher träge und verfallen in eine Art Winterschlaf.

 

 

„Loslassen ist etwas anderes als etwas loswerden wollen!!!“

 

„Mach dich einfach auf den Weg“ – „lass die Vergangenheit einfach los“ – „schmeiß den alten Krempel einfach aus deinem Leben“…. die Liste dieser tollen Ratschläge ist endlos. Egal wie groß oder klein der Veränderungswunsch einer Person ist – diesen Universalratschlag bekommt vermutlich jeder um die Ohren geklatscht. Das Wort „einfach“ ist ganz selbstverständlich immer dabei. 

Was bei diesen RatSCHLÄGEN gerne vergessen wird – Loslassen ist nicht einfach! Etwas – egal ob Situation, Mensch oder Gegenstände – wirklich loszulassen setzt voraus, dass du dich damit gründlich auseinandersetzt und dann eine Entscheidung triffst. Darf bleiben oder darf gehen. Sätze wie „bäääh – das muss UNBEDINGT aus meinem Leben verschwinden“ hört sich hingegen mehr nach „loswerden wollen“ an.

Lebensumstände, die wir loswerden wollen, haben die unangenehme Eigenschaft, immer wieder einen Weg zurück in unser Leben zu finden. Manchmal in neuer Verpackung, doch das ändert überhaupt nichts an dem Grundproblem. Loslassen hingegen setzt eine bewusste Entscheidung voraus und dadurch erhöht sich die Chance einer endgültigen Lösung ganz ungemein. 

 

Emotionales Aufräumen bringt Klarheit

 

Es ist völlig egal, ob du dein ganzes Leben verändern möchtest oder eigentlich nur mal wieder Sehnsucht nach einer richtig ordentlichen Küche verspürst. Der Wunsch nach Veränderung entsteht dadurch, dass sich irgendein Bedürfnis geändert hat. Und auf einmal passt gar nichts mehr: die Zeitschriftenberge nerven, deine Klamotten sind alle falsch… selbst die Freunde haben blöderweise schlagartig die falschen Hobbies. Höchste Zeit also aufzuräumen… deinen Schreibtisch. Deine Küche. Dein Leben.

Als ich Kind und Jugendliche war, ging meine Mutter das leidige Thema ganz pragmatisch an. Nicht zum Jahreswechsel, sondern rechtzeitig zum Beginn der Osterferien drückte sie mir Mülltüten in die Hand und erteilte mir den Befehl, mein Kinderzimmer endlich mal gründlich zu entrümpeln. Sozusagen als letzte Chance bevor SIE eingreift… sie war da nie wirklich zimperlich 😉 Im Rückblick bin ich ihr allerdings sehr dankbar für ihre Konsequenz.

 

Der erste Müllsack war immer schrecklich und es dauerte entsetzlich lange, bis er voll war. Alles musste ich noch einmal gaaaaaaanz genau betrachten und in die Hand nehmen. Abwägen, ob ich das Bild, den schon viel zu kleinen Buntstift oder das zerfledderte Buch wirklich wegschmeißen möchte. Oder vielleicht doch lieber behalten?!?  Es flossen heiße Tränen, weil Lieblingsspielsachen bei näherer Betrachtung einfach nur als unwiederbringlich kaputt einzustufen waren oder nicht mehr vollständig waren …. 

 

Emotionales Aufräumen oder das große „Warum“

Wünsche hat ja wohl jeder von uns. Aber weißt du eigentlich auch WARUM du dir etwas ganz bestimmtes wünschst?!? Meistens hinterfragen wir ja unsere Wünsche eher nicht… und so kann es ganz leicht passieren, dass wir einfach die Wünsche anderer Menschen als unsere eigenen adoptieren.  Nicht nur die, die uns die liebe Verwandtschaft für unseren Lebensweg mit gibt.

Oft ist es auch ganz profane Werbung, die uns suggeriert, dass wir nur mit einem grauen Sofa und einem roten Mantel glücklich werden können. Und das, obwohl wir uns vielleicht genau mit diesen beiden Farben total unwohl fühlen.

Wenn wir nun zum Jahresanfang unsere Zielcollage oder Wunschliste zusammenstellen, dann mogeln sich da garantiert immer so mindestens ein bis zwei Wünsche rein, die gar nicht wirklich zu dir gehören. Aber vielleicht momentan total im Trend liegen. Wir wissen ja beide – gerade in der Vorweihnachtszeit werden wir mit Werbung total zugeballert.

Und auf einmal wünschen wir uns eine Kreuzfahrt obwohl wir Schiffe hassen und uns die Vorstellung den ganzen Tag nur Wasser um uns herum zu sehen in Panik versetzt…. Oder wir träumen im Anbetracht der eintrudelnden Jahresabrechnungen von einem sicheren Beamtenjob, obwohl wir tief in unserem Inneren eher ein chaotisch-kreatives Gemüt schlummern haben.

 

 

Winterzeit – perfekt für’s Emotionale Aufräumen

 

Emotionales Aufräumen kostet Zeit. Viel Zeit, die wir uns nicht so gerne nehmen, weil es keine primäre Belohnung dafür gibt.  Im Gegenteil. Wir sollen etwas loslassen. Frei lassen. Uns davon trennen. Eine Idee oder einen Traum verabschieden. Für immer???

Entscheidungen beinhalten immer das Risiko, dass wir uns falsch entscheiden und unsere Entscheidung zu einem späteren Zeitpunkt bereuen könnten. Kann passieren. Je nach persönlicher Risikobereitschaft bunkern wir dann zum Beispiel tierische Lebensmittel und Rezepte für Fleischgerichte auch dann noch in unserer Küche, wenn wir schon monatelang vegetarisch oder gar vegan leben. Es könnte ja schließlich sein, dass wir unsere Lebensweise irgendwann einmal wieder ändern wollen… 

Unser Verstand suggeriert uns, dass wir nur umkehren können, wenn wir dann auch noch genug Instant-Fleischbrühe im Küchenschrank vorfinden und sicherlich auch in der Zwischenzeit verlernen werden, wie man Spaghetti bolognaise MIT Hackfleisch zubereitet.

Nützen wir also die kalten Wintermonate, Raum für Raum und Lebensthema für Lebensthema mal ordentlich zu beleuchten. Entsorgen zunächst einfach mal all das, was schon ganz offensichtlich gar nicht mehr in unser Leben gehört. Und widmen uns anschließend all den Dingen, bei denen wir uns selber nicht so ganz sicher sind. Was darf mit gutem Gefühl gehen? Was darf bleiben?

Du wirst sehen, in vielen Fällen ist die Entscheidung gar nicht so einfach. Erst wenn du dir bewußt wirst, was du WIRKLICH mit bestimmten Gegenständen verbindest und welche Emotionen du mit ihnen am Leben erhältst, kannst du entscheiden, ob du dich davon verabschieden möchtest. Oder eben nicht.

 

 

Emotionales Aufräumen  – Entscheidungen in Liebe

Emotionen halten uns oft auch einfach in unserer Vergangenheit gefangen. Und manchmal sind unsere Wünsche dann auch Trotzreaktionen. Ich habe auch schon Frauen erlebt, die sich nach einer Scheidung ein knallrotes Sofa gönnten, obwohl die Farbe weder zu ihnen noch zu ihrem Zuhause passte……… Es war mehr so die Strafe für den nicht mehr vorhandenen Ex, der rote Sofas schon immer furchtbar fand. Das mag einen kurzfristig erheitern. Der Weg zum eigenen Wohlfühl-Zuhause ist es aber nicht.

Oft kommen auch Menschen zu uns, die zu Beginn einer Beratung felsenfest wissen, dass sie unbedingt einen Ohrensessel in einem neutralen Unistoff in einer unauffälligen Farbe möchten… und dann doch immer wieder über ganz wilde Stoffe in bunten Farben streicheln und dabei aus tiefstem Inneren seufzen „gell – aber DER Stoff ist  EIGENTLICH  doch auch ganz schön“… spätestens da wird klar, dass der passende Stoff erst gefunden werden kann, wenn die WIRKLICHEN Bedürfnisse aufgedeckt worden sind. Emotionales Aufräumen (… und eine Tasse Kaffee mit klärendem Gespräch ) also auch vor neuen Wohnträumen.

 

 

… kläre also erst das „WARUM“

Wenn du also Menschen, Situationen und Gegenstände loslassen möchtest, damit du Platz für deine NEUEN Wünsche bekommst, dann tu es in Liebe. Nur so kehrt wirklich mehr Harmonie in dein Leben ein. Hinterfrage bei all deinen Wünschen deine Motive…. Und halte nicht aus Gewohnheit an  Wünschen fest, die sich eigentlich schon längstens für dich überlebt haben.

Nichts spiegelt dein Leben so sehr wie dein Zuhause. Nur wenn es zu deinen Wünschen passt, wird es für dich ein Wohlfühlort sein an dem du auftanken kannst.

Pack nicht einfach neue Wünsche auf noch unerledigte Wünsche drauf, sondern verabschiede dich erst von allem, was nicht mehr in DEIN Leben gehört. Hebe dabei auch nichts auf, das du aus falsch verstandenem Sicherheitsbedürfnis VIELLEICHT  in 20 Jahren wieder benötigen könntest………… aber behalte um Gottes Willen wirklich all das, was dich emotional nährt. Auch wenn es MOMENTAN nicht in dein Leben passt.  Dann verpack es und schau in einem Jahr noch einmal drauf.

 

Auf diese Weise bist du dann schon super gut auf den Frühjahrsputz vorbereitet. Put-ZEN… übrigens eine der besten Meditationen bei Stagnationen im Lebenslauf 😉

Ein wirklich gutes neues Jahr 2018 wünscht Dir

Biggi aus dem maison-malou

 

 

 

Dein Zuhause soll endlich zu DIR passen und Dich stärken?!? Gerne unterstütze ich dich dabei mit einer individuellen Wohnraumberatung  oder aber auch mit Workshops und Impulse-Abenden.

Auch in meinem onlineshop Wohn Sinnlich – wohnen mit allen Sinnen findest du Inspirationen für dein Wohlfühl-Zuhause.

 

Du möchtest gerne mehr von mir lesen?!? Vielleicht interessieren Dich ja auch folgende Artikel:

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Entspannte Räume mit der Trendfarbe Salbei 

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…

 

Du möchtest mehr von der Blogparade lesen? Hier findest Du noch weitere Beiträge:

Loslassen lernen  von Kay von  https://twistheadcats.com

Ein Text will hinaus in die Welt   von Elke von https://federfuehrend-media.de 

 

 

 

 

 

 

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Birgit JourdanKayElke Letzte Kommentartoren
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Kay
Gast

Danke fürs verlinken 😉 ein wirklich gelungener und inspirierender Beitrag! ❤️

Liebe Grüße, Kay.

Elke
Gast

Liebe Biggi, danke für diesen wunderbaren Artikel! Dieses Jahr bin ich total hinterher mit allem – habe keine Ziele formuliert, kein Visionboard gebastelt, nichts. Immerhin: Einen Kalender hab ich jetzt, zumindest einen für die Wand. Ich hab mir immer eingeredet, ich bräuchte auch einen Terminkalender in Papierform, dabei nutze ich den gar nicht wirklich für Termine, da arbeite ich digital, genauso hab ich inzwischen eine digitale To do-Liste, weil ich da auch mal vom Sofa aus drauf zugreifen kann, wenn mir noch was einfällt, was unbedingt erledigt werden muss. Deshalb gibt’s 2018 zum ersten Mal keinen Kalender aus Papier, stattdessen… Weiterlesen »