Die Magie von Sankt Martin und den Martinsgänsen

Wer kennt sie nicht, die Geschichte von Martin von Tours?!? Besser ist er allerdings bekannt als Sankt Martin. Das ist der, der seinen Mantel mit einem Bettler geteilt hat und nicht nur dafür heilig gesprochen wurde.  Wer mehr zu seiner Person wissen will, der findet hier eigentlich eine ganz gute Zusammenfassung über Martin von Tours.

 

Sankt Martin – Barmherzigkeit bringt Licht in die Dunkelheit

Irgendwie ist Sankt Martin vor allem immer für Familien mit kleinen Kindern so richtig präsent und im Jahresverlauf eingebunden. Das ist auch gut so, denn man kann Kindern gar nicht früh genug beibringen, dass Barmherzigkeit eine wirklich wichtige Komponente im Leben ist.

Natürlich steht diese Erkenntnis im Kindergartenalter noch nicht im Vordergrund. Da geht es um Laternen basteln und darum, dass man noch in der Dunkelheit draußen unterwegs sein darf. Ganz stolz tragen die Kleinen ihr selbstgebasteltes Licht in die Welt und singen Laternenlieder.

 

Lasse Dein Licht leuchten –  das erfordert Mut

Manchmal – wenn Eltern mutig genug sind, ihren Kindern zu erlauben, echte Kerzen in ihren Laternen tragen zu dürfen – endet so ein Abend mit einer abgefackelten Laterne und bitteren Tränen. Auch das ist eine überaus wichtige Erfahrung fürs Leben!!!  Wer sein Licht in die Welt hinaus trägt und hell leuchten läßt, der kann auch daran scheitern. Und nicht immer ist es die eigene Unachtsamkeit, die die Laterne abfackelt. Manchmal stolpert man auf seinem Weg über einen Stein. Oder eine andere Seele stößt vielleicht unabsichtlich an die Laterne und macht sie dabei kaputt. Selbst der Wind hat schon manchen Laternenabend sehr herausfordernd gestaltet…

Wie lehrreich – und barmherzig – ist für ein Kind dann die Erfahrung, dass man mit einer Gemeinschaft und helfenden Händen zwar vielleicht ohne Laterne (und Licht), aber zumindest nicht alleine im Dunkeln steht! Dass es auch noch andere Laternen gibt, die einem den Weg nach Hause leuchten können.

 

Sankt Martin – ab jetzt wird’s besinnlich

Na klar ist Sankt Martin ein Fest, das vor allem in Familien mit kleinen Kindern gefeiert wird. Aber nicht nur. Es gibt viele Traditionen rund um Sankt Martin.

Kulinarisch gibt es in vielen Familien und Restaurants eine Martinsgans – mit Rotkraut und Klößen, auch Maronen passen wunderbar dazu. Wer Gans mag, hat sicherlich sein Lieblingsrezept zur Hand. Wichtig ist aber auf jeden Fall, dass Beifuß dabei ist. Dieses wunderbare Kräuterlein hilft dem Körper bei der Fettverdauung.

In meiner Familie gibt es allerdings traditionell an Heiligabend eine gefüllte Pute. Zu Sankt Martin gibt es deshalb lieber süße Martinsgänse aus Quark-Ölteig.

 

Martinsgänse aus Quark-Ölteig

 

 

 

Für den Quark-Öl-Teig brauchst Du:

  • 200 gr Magerquark
  • 50 gr Milch oder Sahne
  • 1 Ei
  • 100 gr Pflanzenöl – am liebsten Kokosöl, aber auch ein geschmacksneutrales Öl wie z.B. Sonnenblumenöl oder Rapsöl ist wunderbar geeignet.
  • 75 gr Zucker
  • Vanillezucker
  • 1 Prise Salz
  • 400 gr Mehl
  • 20 gr Weinstein-Backpulver

 

 

Nach dem Backen werden die Martinsgänse noch in einer Mischung aus flüssiger Butter und Vanillezucker gewälzt. Auch Hagelzucker ist gut geeignet.

Zunächst den Backofen auf 180° vorheizen und zwei Backbleche mit Backpapier auslegen. Alternativ können die Backbleche natürlich auch gut eingefettet werden.

Alle Zutaten für den Teig in einer Schüssel mischen und mit dem Knethaken des Mixers – oder aber auch von Hand – zu einem glatten Teig verarbeiten. Anschließend den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche  dünn ausrollen. Der Teig geht beim Backen noch auf, eine Dicke von ca. 1 cm langt also völlig.

Aus diesem Teig kannst Du nun Gänse ausstechen – entweder mit einem großen Ausstecherle in Gansform oder aber Du bastelst Dir eine Schablone in Deiner Wunschgröße. Anschließend kommen die Gänse aufs Backblech – bitte zwischen ihnen etwas Abstand halten – und werden noch mit etwas flüssiger Butter bestrichen. Und dann ab in den Ofen für ca. 10 Minuten auf der mittleren Schiene. Die Backzeit kann je nach Ofen variieren. Es ist also wie beim Kekse backen – am Besten, Du läßt die Gänse einfach nicht aus den Augen und schaust, wann sie die richtige, goldbraune Farbe haben.

Die noch warmen Martinsgänse werden dann noch einmal mit flüssiger Butter bestrichen und gleich in Vanillezucker oder Hagelzucker gewälzt. Auch etwas Zimtzucker ist übrigens sehr lecker 😉

Quark-Öl-Teig wird relativ schnell trocken. Du solltest die Martinsgänse also rasch vernaschen. Gleich nach dem Backen schmecken sie am allerbesten. Alternativ kannst Du einen eventuellen Rest (… unwahrscheinlich….) auch in Blechdosen kurze Zeit aufbewahren oder auch einfrieren.

 

 

Sankt Martin – jetzt geht’s los

Sankt Martin ist für mich noch nicht der Anfang der Adventszeit, aber der Auftakt in die Vorbereitungszeit. Dies ist für mich der Startpunkt für die Weihnachtsbäckerei, Adventskalender und Geschenke werden gebastelt und Weihnachtskarten besorgt und geschrieben. Auch die ersten Fenster werden geputzt und werden mit einfachen Sterne aus Transparentpapier geschmückt. Ich finde, einfache Sterne in gelb oder weiß passen durchaus auch schon vor Abschluß der Trauerzeit im November… das ist mehr so ein Gedenken an all unsere Lieben.

Und vor allem sollten auch wir Erwachsenen uns überlegen, was Barmherzigkeit eigentlich bedeutet. Als meine Kinder klein waren, hat mich vor allem ein Lied immer sehr berührt. Da ging es um einen armen Mann, der überall abgewiesen wird und es gab die Textzeile „er hört kein gutes Wort und jeder schickt ihn fort“… Schenken, Teilen… das alles sind natürlich Bestandteile der Weihnachtszeit. Aber vielleicht sollten wir uns einfach mal darauf besinnen, dass wir uns auch Zeit für unsere Nächsten nehmen sollten. Ein Lächeln und ein „gutes Wort“ kostet nichts und bringt dennoch Licht in unseren Alltag. Und wer weiß – vielleicht erhellst Du so den Weg einer Seele, deren Licht erst gerade mal wieder Starthilfe benötigt… gibt es einen schöneren Auftakt in die Weihnachtszeit?

 

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4 comments on “Die Magie von Sankt Martin und den Martinsgänsen

  1. Ein wunderbar warmherziger Artikel ist das. Er hat mich inspiriert vielleicht doch noch einen Adventskalender zu basteln, er hat mich gelehrt, warum es Sankt Martin gibt, denn das, hatte ich vollkommen vergessen. Noch habe ich keine Kinder, aber wenn dem bald so ist, werde ich Ihnen von diesem Artikel erzählen, den ich durch Zufall entdeckte, auf der Suche nach einen paar praktischen Tips für meinen Blog. Vielen Dank. Ich komme wieder 🙂

    • Wenn es Dich tröstet – ich hatte Sankt Martin auch komplett vergessen bis zu dem Zeitpunkt als ich eigene Kinder hatte. Das ist einfach normal…

      Und so RICHTIG verstanden, hab ich Sankt Martin glaub auch erst, nach dem dann so das Kindergartenpflichtprogramm wieder aus unserem Leben verschwunden war. Damals empfand ich es als sehr … sagen wir mal „anstrengend“ 😉

      Inzwischen sind meine Kinder groß und endlich darf ich die Jahresthemen ganz alleine nach meinem Sinn interpretieren und leben 😉 Schön, wenn Du schon vor der Kinderphase damit anfängst!!!

  2. Liebe Biggi, ein sehr umfassender und kompletter Beitrag den du da geschrieben hast. Du versorgst uns Leser mit viel Wissen und was ich toll finde auch noch gleich mit Rezepten. Mir gefällt auch sehr dass du Barmherzigkeit als Eigenschaft beschreibst die man bereits Kindern beibringen sollte. Ich finde auch dass damit die Welt ein gutes Stück wärmer ist. Und sehr schön das Bild wie wir unser Licht in die Welt hinaustragen und auch mal im Dunkeln stehen… vielen Dank dafür zum richtigen Zeitpunkt!

    • Dankeschön liebe Marian, das freut mich sogar mega doll, wenn Dir mein Beitrag gefällt.
      Ja, Barmherzigkeit ist eine der mittlerweile wohl eher vergessenen Eigenschaften in unser Welt. Umso wichtiger, dass Kinder dies schon als Kind lernen. Wobei ich ja eigentlich sogar der Meinung bin, dass Kinder im Grunde ein ganz natürliches Verhältnis zur Barmherzigkeit haben… wenn wir Erwachsenen es denn zu lassen 😉
      Ich wünsche Dir einen wunderbaren November <3
      Alles Liebe Biggi

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