Alpenromantik – Grandhotel oder Chalet?

Die Alpen. Eine Region, die durchaus polarisiert. Eine Region, die in unserer Wahrnehmung gleichzeitig als luxuriös und trotzdem aber auch bodenständig wahrgenommen wird. Der Faszination „Alpen“ erliegen die unterschiedlichsten Menschen. Hier prallen Gegensätze aufeinander. Und genau diese durchaus spannende und gegensätzliche Mischung bildet dann auch den Kern der Alpenromantik. Alpenromantik ist eine Sehnsucht, die zwar immer wieder neu definiert wird, aber nie wirklich verschwindet.

 

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Alpenromantik – das Prinzip Hoffnung

Die Alpen sind ein Faltengebirge und sie sind das höchste Gebirge in Europa. Vor allem aber sind sie nicht nur eine faszinierende Landschaft. Sie sind auch eine Barriere innerhalb des Kontinents. Es ist zwar nicht überliefert, wie es Hannibal so wirklich bei seiner Alpenüberquerung erging, denn über den genauen Wegverlauf wird auch heute noch heftig diskutiert. Fest steht jedoch, dass die Alpen zu allen Zeiten und je nach dem persönlichen Blickwinkel entweder eine Herausforderung an die eigenen Leistungen stellten – oder aber auch Schutz boten. Denn potentielle Angreifer mussten die Alpen ja auch erst einmal überwinden.

Man muss allerdings gar nicht so weit in der Zeit zurückgehen. Auch noch zu Zeiten von Johann Wolfgang von Goethe war es noch recht beschwerlich und abenteuerlich die Alpen zu überwinden. Zum Beispiel  um nach Italien zu reisen. Die Überwindung von Hindernissen erweitert jedoch den Horizont eines Menschen. Das war im 18. Jahrhundert nicht anders als Heute und im Falle einer Alpenüberquerung wird die Anstrengung zumindest auch noch mit einer grandiosen Aussicht belohnt.

 

 

 

Bergtourismus – die Verbindung mit dem Kraftort Alpen

Im 19. Jahrhundert nahm dann auch der Bergtourismus stetig an Fahrt auf. Natürlich damals noch nicht für „jedermann“. Zu dieser Zeit war „Urlaub“ noch nicht eine Selbstverständlichkeit. Die meisten Menschen konnten sich einen Urlaub gar nicht leisten. Wer es aber konnte, dem bot die alpine Welt eine wunderbare Mischung aus „Sieg gegen die Naturgewalten“ und „Gott ein Stückchen näher sein“ an.  Dem Himmel so nah – so fühle ich mich ehrlich gesagt auch Heute noch, wenn ich in den Alpen bin.  Und in dieses Gefühl mischt sich auch eine gewisse Ehrfurcht sowie eine große Demut vor den Naturgewalten.

Das Getöse eines Wasserfalls, schroffe Felswände, die fast senkrecht in die Höhe klimmen, eiskalte Bergseen. All diese Eindrücke erwecken in mir das Bewußtsein über die Endlichkeit meiner eigenen Kräfte. Ja  selbst der Endlichkeit meines Lebens werde ich in solchen Augenblicken sehr bewusst. In den Bergen wird jede einzelne Wahrnehmung verstärkt  – die Luft ist reiner, die Sonne intensiver, der Schnee höher. Das pralle Leben. Selbst in einer doch eher kargen Umgebung. Wenn Du Dich auf diese Gedankenebene begibst, dann spürst Du, dass die Basis der Alpenromantik im Grunde in einem tiefen Dankbarkeitsgefühl liegt. Tief im Herzen verspürte Dankbarkeit dem Leben gegenüber.

 

Alpenromantik für Abenteurer und den begleitenden „Hofstaat“

Berge bezwingen. Pässe überwinden. Sich den Naturgewalten aussetzen. Das war natürlich nicht für Jedermann. Das war auch schon in den vergangenen Zeiten nur etwas für ganz besondere Menschen. Diese Abenteurer sorgten mit ihren Geschichten sicherlich in der Gesellschaft für einen  „wow-Effekt“  und wurden bestimmt sehr bewundert. Es war jedoch sicherlich zu allen Zeiten so – die Mehrheit der Menschen ist eher bequem. Für all diese Menschen musste folglich ein Weg gefunden werden, der diese Erlebnisse von den damit verbundenen Anstrengungen trennt. Alpenromantik ohne Anstrengung. Jedoch unbedingt mit toller Kulisse.

In der Belle Epoche entstanden deshalb in den Alpen für die zahlungskräftige High Society legendäre und mondäne Kurorte mit ihren wunderschönen Grandhotels. Heilkräftige Kurorte mit besonders reiner Luft. Hier mischte sich der Adel mit den Großindustriellen. Geschäfte konnten auch in der Sommerfrische abgeschlossen werden. Wer es sich leisten konnte, der konnte den Dreck der Industriestädte abstreifen und wieder zur Natur zurückfinden. Familien, die mit dem nötigen Kleingeld ausgestattet waren, hatten die Möglichkeit, ihre empfindlichen Familienmitgliedern genauso wie auch  die schillernden und aus der Norm fallenden Angehörigen in die Bergwelt abzuschieben. Man denke auch nur an Thomas Manns „Zauberberg“ oder auch an Heidi von Johanna Spyri.

 

 

 

 

 

 

 

Es muss nicht immer Glamour sein…

Nach den beiden Weltkriegen waren Österreich und die Schweiz das Sehnsuchtsziel für immer mehr Urlauber. Sozusagen der erste Massentourismus. Denn auch dieser musste quasi erst die Alpen bezwingen –  sozusagen als Zwischenstation  –  bevor der Weg für die ersten Italien Urlauber frei war. Heimatfilme mit Alpen – Hintergrund boomten….  Auslandsaufenthalte junger Erwachsener führten in diesen Zeiten noch in die Schweiz und noch nicht bis nach Neuseeland 😉

Irgendwann bekam der Urlaub in den Alpen allerdings etwas „Spießiges“. Einer der beliebtesten Sprüche der 80iger hieß „weg mit den Alpen – freie Sicht zum Mittelmeer“. Erst um die Jahrtausendwende wurde das Bergwandern dann als Hiking wieder trendy. Und da war sie dann wieder da. Die Alpenromantik.

 

Alpen Chic – Alpenromantik vom Feinsten

Der alpine Einrichtungstrend hält sich schon erstaunlich lange. Ist es die Sehnsucht nach Tradition? Nach Natur und Ursprünglichkeit? Oder eher die Sehnsucht nach dem Luxusleben der Belle Epoche?  Vielleicht ist es auch der Wunsch nach reinen Luft in einer Welt, die uns oft die Luft zum Atmen nimmt?!? Ich weiß es nicht.

Wahrscheinlich ist der Grund einfach ganz banal. Die traditionelle Komponente bei diesem Einrichtungsstil „Alpen Chic“ sorgt an sich schon für ein hohes Maß an Zeitlosigkeit. Gleichzeitig werden traditionelle Motive wie z.B. Hirsche und Hunde oft sehr witzig interpretiert. Gemischt mit einer ordentlichen Portion Humor, wird so auf diese Weise die Tradition aus der Spießigkeit und Langeweile geholt. Alpen chic verbindet den Zauber der Berghüttenromantik mit dem Luxus der Grandhotels. Naturmaterial in höchster Qualität trifft auf den Glamour der Welt.  Hier muss man sich nicht entscheiden – mit dem Alpen chic darf man in beiden Welten durchaus auch gleichzeitig leben.

Ohrensessel Romeo Manufaktur Jourdan
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Das Material macht’s

Im Unterschied zum dänischen „Hygge“ ist beim Alpen chic der Kuschelfaktor nicht weiß & pastellfarben und auch nicht lieblich. Der alpine Einrichtungsstil verbindet das Kuschelambiente, das Frauen bevorzugen, mit sehr männlichen Farben, Materialien und auch Accessoires. Ein kräftiges Rot in Verbindung mit erdigen Farben fällt Männern meist wesentlich leichter als luftige Pastellfarben. Holz, Felle und Naturmaterialien wie geschmeidiges Leder und natürliche Wollstoffe werden mit dem Luxus von Edelmetall gepaart. Die Anlehnung an Jagdmotive in Verbindung mit einem Kamin stehen für Tradition und ein erfolgreiches Leben.

 

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Alpenromantik – Kissen 1 Wohn Sinnlich

 

Natürlich muss heute dafür kein Tier mehr sterben. Fake Fur sorgt für das luxuriöse Fellgefühl ohne dass einem Tier auch nur ein einziges Härchen gekrümmt wird. Gerade bei Webpelz-Produkten ist es allerdings sehr wichtig, auf hohe Qualität zu setzen. Dann sind diese weich und kuschelig. Billigprodukte sind oft eher kratzig und meist auch leider nicht sehr langlebig. Außerdem muss man bei Billigprodukten auch aufpassen, dass einem nicht doch Echtfell untergejubelt wird.

 

Alpenromantik - fake fur fine fabrics
Alpenromantik – fake fur fine fabrics

Wenn Du auch auf Leder verzichten möchtest, findest Du heutzutage auch haptisch sehr angenehme Mikrofaserprodukte in Lederoptik. Das hat mit „Kunstleder“ überhaupt gar nichts zu tun. Kunstleder ist kalt – ein hochwertiges Naturleder hingegen  ist warm. Wem es also in erster Linie um die Lederoptik geht, findet  mit einer weichen Mikrofaser eine durchaus attraktive Alternative.

 

Alpenromantik statt vorgezogene Weihnachtsstimmung

In der dunklen Jahreszeit ist unsere Sehnsucht nach Geborgenheit in unseren Breitengraden besonders groß. Wenn der goldene Oktober nämlich erst einmal vorbei ist, dann zieht sich hier nicht nur die Natur endgültig zurück. Auch wir Menschen bleiben natürlich lieber drinnen, wenn es draußen nebelig und naßkalt ist. Oder etwa nicht?

Die Zeit bis Weihnachten ist eben doch noch immer eine Rückzugszeit in die eigenen „Höhle“. Bis zu den klaren Winterwochen mit Schnee und Sonne dauert es einfach noch ein paar Wochen. Erst ab Mitte Januar finden wir draußen diese Winterurlaubsatmosphäre, die wir uns so sehr wünschen. Im November wird das Licht draußen allerdings immer weniger und der Tag kürzer. Erst am 21. Dezember ist Wintersonnenwende. Und Schneeregen ist eindeutig etwas ganz anderes als die glitzernde Schneelandschaft, auf die wir im Januar hoffen.

Da wir mittlerweile ja bereits ab September vom Handel mit Weihnachten konfrontiert werden, nimmt es in den letzten Jahren immer mehr zu, auch das eigene Zuhause immer früher weihnachtlich zu dekorieren. Weihnachten ist allerdings für viele Menschen eine hochemotionale Zeit und diese auf mehrere Wochen auszudehnen kann einen großen Erwartungsdruck aufbauen – der sich dann bevorzugt an Weihnachten entlädt.

Ohrensessel Felix grau Manufaktur Jourdan
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Geborgenheit durch jahreszeitliche Dekoration

Der alpine Einrichtungsstil ermöglicht es uns, ein gemütliches und geborgenes Zuhause zu dekorieren OHNE gleich zu weihnachtlich zu werden. Kerzen in Verbindung mit etwas Moos und kleinen Alpenveilchen. Dazu ein paar Zapfen, Äpfel, Orangen, Zimtstangen. Auch ein paar Nüsse oder Kaffeebohnen sind sehr dekorativ. Ergänzende Efeuranken wirken sehr schön. Oder ein paar Holzscheite.  Der Advent kommt bald – aber noch ist Zeit. Noch ist er nicht da. Das Jahresende ist schon nah. Trotzdem bleibt uns jedoch noch ausreichend Zeit, dieses Jahr in aller Ruhe zu beschließen. Zumindest wenn wir es zulassen. Unsere Welt ist hektisch genug, wir müssen uns allerdings nicht unbedingt ständig selber überholen.

Alpenromantik … und mit wenigen Handgriffen und kleinem Deko-Aufwand wird dieser Einrichtungsstil dann im Dezember ganz schnell weihnachtlich und im Januar winterlich. Gemütlichkeit und Geborgenheit. Doch bitte möglichst ohne Stress.
 

Du liebst die Alpenküche? Dann probier doch mal mein Rezept für selbstgemachte Kässpätzle aus. Wenn Du weitere Inspriationen für Deine Einrichtung suchst, dann interessieren Dich vielleicht auch folgende Artikel:

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2 comments on “Alpenromantik – Grandhotel oder Chalet?

  1. Meine Liebe,

    ich finde keinen Button, auf dem man Dir folgen kann. Fehlt der etwa noch? Es wäre schön, Deinen Blog abonnieren zu können 🙂

    Herzliche Grüße,

    Melanie

    • Dankeschön liebe Melanie – ja, der fehlt in der Tat noch. Ich hadere nämlich immer noch mit mir ob dieser Entscheidung…
      Wie oft stelle ich selber fest, dass ich einen Blog abonniere – um ihn dann irgendwie nie zu lesen. Das wirklich Interessante kommt hingegen immer wie durch Zauberhand genau im richtigen Moment in mein Leben… und dafür hab ich dann auch alle (Lese-)Zeit der Welt.
      Ich werde also noch einmal in mich gehen 😉

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